Fühlen Sie sich gerade in der Vorweihnachtszeit des Öfteren von Anrufern genervt, die Ihnen etwas verkaufen möchten – einen formschönen Wasserspender, den besten Wein oder die günstigste Versicherung? Gerade in Kanzleien erhoffen sich Telefonverkäufer besonders gute Chancen. Die Anrufer versuchen meist am Sekretariat vorbei zu kommen, um so direkt zum Entscheidungsträger zu gelangen.

Dabei werden die Mitarbeiterinnen des Empfangs mit ganz unterschiedlichen Taktiken konfrontiert:

1. Die Werbeanrufer melden sich, ohne sich namentlich vorzustellen. Dabei verhalten sie sich so, als wären sie bereits in der Kanzlei bekannt. Sie wollen den Gesprächspartner dadurch einschüchtern, um möglichst schnell mit dem Entscheidungsträger verbunden zu werden. 

2. 
Die Telefonverkäufer sprechen ihren eigenen Namen bewusst sehr schnell und undeutlich aus, so dass dieser unverständlich bleiben muss. Außerdem versuchen sie, ihren Gesprächspartner durch Stimme und Tonlage so einzuschüchtern, dass ein Nachfragen unterbleibt und der Anrufer sofort verbunden wird.

3.
Die Anrufer verlangen den Kanzleiinhaber zu sprechen. Werden sie höflich nach dem Grund des Anrufs gefragt, antworten Sie mit der Aussage „es ist privat“.

4.
Ganz dreiste Anrufer nennen zunächst einen Namen, um dann um einen kleinen Moment Geduld zu bitten. Gleichzeitig ist im Hintergrund ein Lärm zu hören, der auf einen Unfall oder Ähnliches schließen lässt. Während der Angerufene überlegt, ob ein Notfall vorliegt und Sie Maßnahmen ergreifen sollten, läuft der Gebührenzähler… Mit dieser Hinhaltetaktik versuchen windige Geschäftemacher aus dem Ausland Profit zu machen. 

Telefonwerbung kostet nicht nur Zeit und Nerven, sondern, wenn Sie Pech haben, Ihre Kanzlei auch richtig viel Geld.
 


Wie können Sie sich als Mitarbeiterin am Empfang vor aufdringlichen Telefonverkäufern schützen?

Zu Punkt 1:
Lassen Sie sich nicht einschüchtern und fragen Sie nach dem Namen des Anrufers.

Zu Punkt 2:

Bleiben Sie auch in solchen Situationen selbstsicher und lassen Sie sich den Namen des Anrufers, falls erforderlich, auch zwei Mal nennen. Sollten Sie diesen dann immer noch nicht verstanden haben, so lassen Sie sich den Namen unbedingt buchstabieren. Unseriöse Telefonverkäufer beenden in der Regel zu diesem Zeitpunkt das Gespräch, da Ihnen das Risiko einer Abmahnung zu hoch ist.

Zu Punkt 3:

Bei der Aussage „es ist privat“ bieten Sie dem Anrufer am besten einen Rückruf an. Mit dieser Vorgehensweise können Sie Telefonverkäufer schnell entlarven, denn diese geben auf keinen Fall ihre Nummer preis.


Was Sie sonst noch tun können:

1. Bitten Sie den Anrufer, Ihnen die Informationen oder das Angebot per Post zukommen zu lassen. In den meisten Fällen werden Ihnen die Anbieter nichts zusenden, da sie nach Preisgabe Ihrer Firmenadresse den Erhalt einer Abmahnung fürchten müssen.

2. Lassen Sie sich auf die „Robinsonliste“ setzen. Die Robinsonslisten sind schwarze Listen (Schutzlisten) mit Kontaktdaten von Personen, die keine unaufgeforderte Werbung erhalten wollen. Es gibt diese Listen für Briefpost, E-Mail, Mobiltelefon, Festnetztelefon und Telefax. Diese Listen werden von Branchenverbänden der Direktmarkteting-Unternehmen sowie des Verbraucherschutzes geführt. Der Eintrag in die Robinsonliste ist kostenlos: https://www.robinsonliste.de

Soll man Werbeanrufern seine Meinung „geigen“?


Bedenken Sie, dass auch Werbeanrufer nur Ihren Beruf ausüben. Außerdem ist jeder Anrufer ein potentieller Kunde Ihrer Kanzlei. Deshalb empfehle ich Ihnen, gegenüber unerwünschten Anrufern folgendermaßen zu kommunizieren:

„Wir haben für Ihr Produkt leider keinen Bedarf. Bitte nehmen Sie uns aus Ihrer Datenbank, damit wir keine weiteren Anrufe erhalten. Vielen Dank. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg - auf Wiederhören!“

Mit einem solchen Verhalten rechnen die wenigsten Telefonverkäufer. Der Anrufer behält Sie und Ihre Kanzlei somit nicht nur in guter Erinnerung, sondern fühlt sich auch als Mensch wertgeschätzt.



Unternehmen

Straßenberger Konsens-Training
Steuern - Recht - Wirtschaft
Pleuerstraße 44
73434 Aalen

Kontakt

Telefon:  +49 7366 9213 -27
Telefax:  +49 7366 9213 -28
E-Mail:    info@strassenberger.com
Internet: www.strassenberger.com

 

Aktuelle Termine